Pilisvörösvar
H-2085 P i l i s v ö r ö s v á r, Kom. Pest,
nw. Budapest, Geb. Ofener Bergland
Von den weltlichen Gutsbesitzern ist Ladislaus Graf Csáky an erster Stelle zu erwähnen, in dessen Besitz Dotis (Tata) und die zu ihm gehörenden Güter, unter ihnen auch Werischwar aufgrund einer im Jahre 1649 von Ferdinand III. erhaltenen Donationsurkunde übergingen. Diese Schenkung wurde von Leopold I. im Jahre 1695 bestätigt und er war es auch, der in Werischwar zuerst Deutsche ansiedelte (1696 wohnten bereits 64 Deutsche und zwei Ungarn im Dorf). Csáky verkaufte das Dorf noch in demselben Jahr dem Wiener Hofrat Franz Joseph Krapff. Werischwar ging im Jahre 1715 in das Eigentum der Dominikaner über, die es hypothekarisch besaßen. Im Jahre 1742 erhielt das Dorf einen neuen Grundherrn in der Person von Johann Emmerich Graf Eszterházy, dem Erzbischof von Gran. Von ihm erwarb Johann Tersztyánszky von Nádas die damals schon überwiegend von Deutschen bewohnte Siedlung.
(István Soós, Donauschwäbische Familienkundliche Heimatblätter, Jahrg. 23, Folge 2/3 Nr. 84/85 Juni/September 1997 S. 105 ff.)
300 Jahre Werischwar/Pilisvörösvár
Beitrag zur Ansiedlungsgeschichte einer deutschen Gemeinde im Ofner Bergland
Aus dem Jubiläumsschematismus zur 200järigen Geschichte der Diözese Stuhlweißenburg (S. 46ff.)
Von Abtpfarrer Stefan Marlok
-In Auszügen-
"Für die Sicherung des Weges zwischen Ofen und Gran bauten die Türken dort eine Plankenbefestigung; da deren Mauern rötlich schimmerten, erhielt sie die Bezeichnung Rote Burg." (Staatsarchiv Budapest (OL), Familienarchiv der Eszterházy (Eszt.) Fasc.62 Nr. 76) Ein Eszterházischer Beamter 1683: "...nichts hatte ich (hier) zusammenzuschreiben, da es vom Jahr 1683 schrecklichen Gedenkens an, durch die Kriegshandlungen der Türken, Tataren und Kuruzzen verwüstet, derzeit verödet daliegt." (OL, Eszt. 24/380) Aus einer Notiz der Ofener Nonnen aus dem gleichen Jahr: "...Erster Postmeister in Vörös-Vár wurde der fromm verstorbene Stefan Huszár; bis dahin wohnte dort niemand außer ihm und seiner Familie." (OL, Mon.Bud. 3/44) "Beschreibung" für die Hofkammer in Wien vom 12. Februar 1688: "Wereswar, ist ein von langen Jahren her ganz ruinirt vnd öedes Dorff... alwo die Türken eine Balanken gehabt." (Wien HKA Rote Nr. 319) Der erste namentlich bekannte Deutsche in Werischwar hieß Mathias Hierlman/Hürlemann. Auf seinen am 21. Februar 1689 geschriebenen Brief antwortete ihm der Königliche Magistrat in Ofen am 18. März des gleichen Jahres nach Mahlspüren bei Stockach, daß er im Falle einer Einwanderung nicht nur Felder und Wiesen bekomme, sondern daß man ihn auch unterstützen werde. Mit einem Attest des Deutsch-Ritterordens, daß er sich zu Haus wegen schwerer französischer Brandschatzung und Truppendurchzüge mit seinen Schwestern Maria und Gertrud nicht mehr halten könne, traf er in Ungarn ein. (W. Hacker, Auswanderungen aus dem nördlichen Bodenseeraum, Singen 1975, Regeste 1143). Erster Eintrag im Kirchenbuch vom 22. Febr. 1693: Taufe von Mathias Peither, Sohn von Johann Peither und Anna. Die deutschen Einwanderer kamen hauptsächlich aus Schwaben und Franken. 1703 erhielt die Gemeinde eine aus Stein erbaute Kirche, nachdem das vorherige Holzkirchlein schon am Zusammenfallen war. Die Gemeinde zählte nach kirchlichen Erhebungen 1745 schon 924 Seelen und 1775 sogar schon 1475 Katholiken.
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Pilisszentiván
H-2084 P i l i s s z e n t i v á n, Kom. Pest,
nw. Budapest, Geb. Ofener Bergland
Der Augustinerorden erhielt am 26. August 1719 vom Grafen Paul-Johann Brankovitch das entvölkerte Pilisszentiván und sie sollen als Grundherren die erste katholische Kirche gebaut haben. Die ersten fünf deutschen Familien kamen im Jahr 1724 nach Pilisszentiván. Sie hießen: Heinrich Hessing, Peter Paxian, Heinrich Metzger, Hans Metzger und Lorenz Eisenkrammer. Sie kamen aus dem "Mainzischen Crais von Lohr am Main". Im Jahr 1728 wurden auf der Gutswirtschaft schon 12 deutsche Familien registriert.
(Georg Bauer, Bismarckallee 26, D-95352 Marktleugast, Initiator der Gemeindepartnerschaft Marktleugast-Pilisszentiván)
Pilisszentiván gehörte anfangs zur Pfarrei Pilisvörösvár.
Denkmal für die ersten fünf deutschen Familien.
Undatierte historische Aufnahme von Pilisszentiván.

